Unsere Schüler der Schule Les Petits Génies mit ihren Gutscheinen für Reis und Öl. Damit können sie zum Großhändler gehen, um ihre Waren abzuholen.

Portrait der Patenkinder

Portrait der Patenkinder

Maman und Adama Ndongo (8 Jahre)
Die Mädchen leben in einem Zimmer zusammen mit den Eltern und der schwer diabeteskranken Großmutter. Bad und Küche teilen sie mit den anderen Bewohnern. Maman ist inzwischen 12 Jahre alt und eine junge Dame. Mamans Mutter, eine hübsche junge Frau, arbeitet als Straßenkehrerin, der Vater ist vor einiger Zeit desillusioniert aus Marokko zurückgekehrt, wo er versuchte, den Lebensunterhalt seiner Familie als Schneider zu verdienen. Mamans Mutter hatte kürzlich eine Fehlgeburt und hat auf mich einen geschwächten Eindruck gemacht.

Treffen mit allen Patenkindern aus Dakar

Fatou Ndiaye (12), Fatou Diop (12), Amadou Ndiaye (14)
Amadous und Fatous Mutter arbeitet als Blumenverkäuferin, sie ist alleinerziehend. Ich treffe sie selten an, sie kämpft mit ihrer Arbeit im informellen Sektor um das Überleben ihrer kleinen Familie. Fatou Diop ist die Cousine von Fatou und Amadou Ndiaye, sie leben alle in einem bescheidenen Haus in einer Großfamilienstruktur.

Astou (11) und Lamine Ngom (13)
Die Mutter der beiden Kinder steht im Morgengrauen auf, um in das weit entfernte Viertel Almadies zu fahren, wo sie als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt tätig ist. Ein Großteil ihres Verdiensts gibt sie für den öffentlichen Nahverkehr aus. Die kleine Astou (11 Jahre) und ihr geistig behinderter Bruder Lamine (13 Jahre) sind auf sich selbst gestellt, der Vater ist in sein Heimatdorf zurückgekehrt und steht seinen Kindern nicht zur Verfügung.

Fanta (8) und Pape Sory Doucouré (5)
Ende vergangenen Jahres informierte mich Mincady, dass der Vater schwer erkrankte. Die Verwandten legten zusammen, um seinen Krankenhausaufenthalt zu finanzieren. Die dringend notwendige Magenoperation konnte allerdings nicht durchgeführt werden, da die Großfamilie nicht über die notwendigen Mittel verfügt.
Während der stationären Behandlung stand die Mutter der beiden Kinder ihrem Mann bei. Fanta (11 Jahre) lebte in dieser schweren Zeit bei der Großfamilie und musste dort bei der Haushaltsführung mithelfen. Im Unterricht schlief sie regelmäßig ein, die Schulleitung war sehr beunruhigt über ihren Zustand und informierte Mincady. Das Leid der Familien belastet uns schwer, leider können wir nicht in jedem Fall helfen.
Der Vater ist inzwischen nach Hause zurückgekehrt, eine Magensonde ermöglicht ihm das Überleben. Zum Familieneinkommen kann er nicht mehr beitragen. Die Mutter verkauft vor der Schule Kleinigkeiten wie Erdnüsse.
Das Gebäude, in dem die Familie Doucouré haust, ist massiv einsturzgefährdet.

Unsere Kinder aus zwei Partnerschulen in Dakar

Mouhamed Sarr (7 Jahre)
Mouhameds Mutter ist alleinerziehend, im Haushalt leben neben ihrem kleinen Sohn zwei größere Töchter im Alter von 13 und 15. Die beiden Mädchen besuchen die öffentlichen Schulen. Die Zustände dort haben sich weiter verschlechtert. Die Lehrer streiken häufig, da der Staat nicht in der Lage ist, ihnen regelmäßig Gehälter zu zahlen. Der Vater hat die Familie verlassen, Unterhalt leistet er nicht. Frau Sarr hält die Familie mit Arbeiten in Privathaushalten über Wasser.

Sia Nabou Millimono (8) Ramatoulaye Niang (12), Mame Diarra Cissé (17)
Auch die drei Halbgeschwister leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter unter prekären Verhältnissen.
Leider hat die Mutter der drei Kinder kein Glück mit den Männern. Sia Nabous Vater ist inhaftiert, der Vater von Ramatoulaye Niang kämpft sich in Europa durch, über Mame Diarra Cissés Vater liegen uns keine Informationen vor.
Sia Nabou hat einen starken Überbiss.Sie benötigt dringend eine kieferorthopädische Behandlung.
Ramatoulaye Niang leidet unter Sichelzellenanämie, sie ist auf Medikamente angewiesen.
Mame Diarra Cissé wird dieses Jahr Abitur machen. Sie konsultiert, wie in Westafrika üblich, regelmäßig einen Marabout, um sich für ihre Prüfung zu wappnen. Marabouts werden in Westafrika als islamische Heilige betrachtet. Im Senegal genießen Marabouts eine hohe Reputation, sie betätigen sich neben ihrer religiösen Aktivität auch intensiv auf politischer Ebene. Die senegalesische Regierung trifft keine Entscheidungen, ohne die mächtigen Marabouts zu befragen. Leider nutzen sie ihre Macht auch, um junge Mädchen auszubeuten. Mame Diarra Cissé verlor am Montag beim Besuch ihres Marabouts das Bewusstsein und fand sich ohne Handy wieder. Auf der Polizeistation sagte man ihr, diese Praktik der „falschen“ Marabouts sei bekannt. Ob man das Handy dem Marabout entziehen kann, ist fraglich. Alle unsere Patenkinder sind dringend auf ein Mobiltelefon angewiesen. Die Lehrer schicken die Hausaufgaben ausschließlich per whatsapp (ein Tablett besitzt keines unserer Kinder, Kopierkosten sind nicht finanzierbar), die Erledigung der Hausaufgaben erfolgt handschriftlich.

Aissatou (9) und Abdou Aziz Ndong (6)
Erfreulicherweise ist die familiäre Situation der Familie Ndong einigermaßen stabil. Die Mutter verdient etwas Geld mit dem Verkauf von Essen, das sie zu Hause kocht. Der Vater arbeitet als Elektriker.

Ramatoulaye Faye (13)
Ramatoulayes Vater, ein junger Mann, ist vor ca 1 Jahr gestorben. Die Mutter lebt mit 7 Kindern im Alter von 7-27 Jahren in einem Raum. Sie verkauft Waren vor ihrem Haus. Eine Tochter ist verheiratet, lebt aber mit ihrem Baby bei ihrer Mutter, da die kleine Familie nicht genug verdient, um die in Dakar so teure Miete zu bezahlen. Die jungen Männer leiden sehr darunter, mit Mutter und Schwestern ein Zimmer teilen zu müssen. Diese Frustration führt zu Aggressionen. Einer der großen Brüder war ein Jahr wegen Diebstahls einer Handtasche inhaftiert. Wir haben Rama letztes Jahr in unser Programm aufgenommen, um die Situation der Familie etwas zu lindern.

Khadidiatou (12) und Adja Djigaly (23)
Die Djigalys waren eine klassische Mittelstandsfamilie, bis der Vater an Covid erkrankte und seinem Leiden erlag. Die Mutter hatte eine gute Stelle als Angestellte am Fischhafen von Dakar. Seit die großen europäischen Fischflotten die Bestände abfischen, ist es mit Senegals Wirtschaft drastisch bergab gegangen. So verlor auch Mme Djigaly ihre Arbeit.
Sie verkauft nun Fisch vor ihrem Haus und versucht, ihre Familie damit zu versorgen. Der älteste Sohn war nach seinem Abitur auf einem guten Weg, nach dem Tod des Vaters war aber an eine weiterführende Ausbildung nicht zu denken. Er arbeitet als Müllfahrer in Dakar.
Khadi liebt, wie auch ihr großer Bruder, den Sport. Die Familie legt zusammen, damit die Kinder neben der Schule ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen können.
Adja hat ihren Ehemann verloren, bevor ihre Tochter (inzwischen 2 Jahre) auf die Welt kam. Adjas Mann nahm die Pirogge (traditionelles Fischerboot), um in Europa sein Glück zu versuchen. Die Familie hat keine sicheren Beweise für seinen Tod, aber es steht zu befürchten, dass er sein Leben im Meer gelassen hat. Dank einer Privatspende konnten wir Adja den Abschluss ihrer Ausbildung zur Zollfachkraft ermöglichen. Derzeit unterstützt sie ihren ehemaligen Lehrer an der Zollfachschule und bildet mit ihm junge Menschen aus.

Rougui Sagna (15)
Bei meinem letzten Besuch lebte Rougui Sagna während der Woche bei einer befreundeten Familie und war am Wochenende bei ihrer alleinerziehenden Mutter. Wie auch einige andere Mütter arbeitet sie in einem Privathaushalt. Sie verlässt ihr Heim im Morgengrauen und kehrt spätabends zurück. Inzwischen lebt Rougui ganz bei der befreundeten Familie. Sie ist eine gute Schülerin und trotz der schwierigen familiären Situation fröhlich.

Demba (15) und Ndeye Sokhna Dieng (18)
Eine Einzelspende machte die Operation von Dembas Hüftdysplasie möglich, der Eingriff fand vor einem Monat statt. Demba berichtete mir, er habe keine Schmerzen, aber er müsse noch mit Krücken gehen. Er wird die Schule voraussichtlich in einer Woche wieder besuchen. Leider kann er sich momentan nicht um sein Geflügel kümmern, weil er die steile Treppe zu seinen Ställen auf dem Hausdach nicht bewältigt. Er hat sich aber sehr gefreut, dass wir seine Schützlinge besucht haben. Seine große Schwester war eine der ersten Schülerinnen in unserem Projekt. Sie hat einen Abschluss im Restaurantfach und – wie viele junge Menschen im Senegal – keine Arbeit im formellen Sektor gefunden. Inzwischen hat sie den Entschluss gefasst, ein Zimmer des Hauses in eine kleine Garküche umzuwandeln. Sie wird den Umbau aus eigenen Mitteln finanzieren. Wir sind sehr stolz auf ihren Mut und Tatendrang.

Alimatou Camara (25)
Alimatou wird seit zwei Jahren zur Krankenpflegehelferin ausgebildet. Trotz ihres niedrigen Schulniveaus bewältigt sie die Anforderungen gut und hat in diversen Praktika in Krankenstationen bzw. Krankenhäusern gute Arbeit geleistet. Sie ist sehr um gute Noten bemüht und mehrmals im Unterricht ohnmächtig geworden. In Sorge um ihre Gesundheit haben wir Alimatou zur Untersuchung ins Krankenhaus geschickt. Der Arzt erklärte ihr, sie müsse ihr Stressniveau reduzieren. Alimatou lebt mit ihren Adoptiveltern in prekären Verhältnissen. Die Mutter versucht, mit dem Verkauf von Gemüse zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Thiané (12) und Omar Diaw (18)
Im Dezember erhielt ich die Nachricht, dass der fleißige Vater der Kinder nach dem Freitagsgebet stürzte und, bevor er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte, starb, ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu haben. Er arbeitete nachts als Taxifahrer. Die kleine Familie lebt in kargen Verhältnissen. Eine Einzelspende erlaubt es uns, die Familie während der ersten Monate nach dem Tod des Familienvaters zu unterstützen.

Awa und Adama Mbaye (17)
Die beiden 17jährigen Zwillinge werden im Sommer ihre Prüfungen für den mittleren Bildungsabschluss ablegen. Wir haben sie gefragt, wie sie sich ihre berufliche Zukunft vorstellen. Sie stammen aus einer Künstlerfamilie, Großmutter und Tante sind Sängerinnen. Sie träumen von einer Karriere als Filmstars, auch ein Leben als Musikerinnen ist denkbar. Eines ist klar: Sie sind unzertrennlich.

Coumba (4) und Yamarem Ngom (11)
Die Mädchen wachsen vaterlos in der Großfamilie auf, die Mutter verdient sich etwas mit dem Verkauf von Waren. Das Leben inmitten all der Cousins und Cousinen, Tanten und Onkel ist beschützend und beengend zu gleich. Die Mutter ist angesichts der Ausweglosigkeit ihrer Lage – sie ist verheiratet, ihr Mann ist vor Jahren nach Italien gegangen und war länger nicht mehr im Senegal – von einer großen Traurigkeit umfangen. Sich gegen die Dominanz der Männer aufzulehnen, wird und kann sie nicht wagen.

Bouya (21)
Bouya ist inzwischen 21 Jahre alt, er gehört der ersten Generation unseres Projekts an. Als Kind hat er wunderschön gesungen, aber es zieht ihn zum Fußball. Er und Omar sind talentierte Kicker. Ob es für eine berufliche Karriere reicht, wird sich zeigen. Gelegentlich tauchen ausländische Coachs auf der Suche nach jungen Talenten in ihrem Fußballverein auf. Seine Schulkameradinnen loben ihn für seine Aufmerksamkeit, mit der er dem Schulunterricht folgt.

Mame Cheikh (18)
Er ist inzwischen 19 Jahre alt und besucht die weiterführende Schule. Er und seine Freunde Omar und Bouya sind unzertrennlich. Die drei jungen Männer haben mir gestern im Vertrauen berichtet, dass sie gerne ein Bier zusammen trinken.

Fifi, Rama (13) und Fatou Mery Sarr (16)
Die Zwillinge Sarr sind sehr lebhaft und träumen von einer erfolgreichen Zukunft. Wir hoffen, dass sie und ihre Schwester Fatou Mery den unter den familiären Umständen beschwerlichen Weg bis zum Abitur bewältigen.
Unser großes Treffen mussten sie früh verlassen, da sie – wieder einmal – umziehen. Mietverträge sind in Malika eine Rarität. Wenn der Eigentümer der Auffassung ist, dass er die Wohnung selbst benötigt, müssen seine Mieter weichen.

Mbuegue (14), Babacar (11) und Assi Thiam (16)
Mbuegue hat sich seit dem letzten Jahr zu einer jungen Dame entwickelt. Sie und ihr Bruder haben das Glück, als junge Menschen in unser Projekt aufgenommen worden zu sein. Ihre große Schwester Ndeye Assietou (Assi) hat lange bei Verwandten im Dorf gewohnt und kann erst jetzt unsere Partnerschule in Malika besuchen.

Fatou (17), Gora (13) und Dial Fall (21)
Dial Fall wird dieses Jahr ihre Ausbildung zur Krankenpflegehelferin. Wir hoffen, dass sie die Kraft hat, den Kampf um eine Arbeitsstelle zu bestehen. Ihre Geschwister Fatou und Gora haben noch einige Jahre vor sich, bis sich ihre Abschlussprüfungen absolvieren.

Auch der Vater der drei Kinder ist früh verstorben. Die Mutter sah sich gezwungen, eine Ehe als Zweitfrau eines Mannes einzugehen.

Ndeye Fatou Sall (13) und Alioune Ndoye (11)
Die Familie war vor einigen Jahren gezwungen, ihr bescheidenes Heim in Malika zu verlassen. Überschwemmungen hatten das Zimmer, in dem die Großmutter mit den Kindern lebte, verwüstet. Sie leben in einem bescheidenen Ort im Haus zusammen mit der Großfamilie. Trotz der großen Entfernung sind die Cousins zu unserem Treffen in Malika gekommen und haben alle ihre alten Schulfreunde wiedergesehen.

Mareme Ndiaye (12)
Die Familie lebt in Malika, der Vater ist Arbeiter, die Mutter Hausfrau. Mareme ist die Cousine von Nogaye, die bereits ihren Abschluss im Restaurantfach bestanden hat. Sie ist seit diesem Schuljahr in unserem Projekt.

Salif (15) und Makhtar Diop (11), Binta Sow (13)
Die drei Halbgeschwister leben mit ihren Eltern in einem Rohbau. Der Vater Laye hat das Grundstück von seinen Eltern geerbt, eine Niederländerin, bei der er eine Werkstatt als Korabauer betreibt, hat ihm ein Darlehen für den Hausbau gegeben. Es wird Zeit in Anspruch nehmen, mit dem Verdienst als Instrumentenbauer den Rohbau in ein gemütliches Zuhause zu verwandeln.

Selbst einige der Mütter unserer Partnerkinder haben den Weg auf sich genommen, um uns zu treffen.